EISBADEN – wie ich dazu kam und was es dir bringt

Eisbaden hört sich im ersten Moment für manche Leute verrückt an. Es ist kalt, es ist unangenehm und warum überhaupt? Heute möchte ich dir etwas mehr über das Eisbaden erzählen. Du erfährst, ob es tatsächlich so gut tut, wie viele berichten, und wie du dich langsam rantasten kannst. Gleichzeitig gebe ich dir ein paar meiner persönlichen Tipps dazu.

Wie bin ich überhaupt darauf gekommen?

In Social Media siehst du heutzutage oft Leute die Eisbaden gehen. Einige Sportler nutzen es vor allem auch nach dem Training zur Verbesserung der Regeneration nach einer Trainingseinheit. Manche schwören darauf für ein starkes Immunsystem („When you go to the cold, you’ll get no cold“ – „Wenn du ins Kalte gehst, bekommst du keine Erkältung.“). Ich persönlich bin vor ein paar Jahren auf einige Artikel hierzu gestoßen. Parallel dazu habe ich mir Videos von Wim Hof angeschaut. Und irgendetwas hat mich damals motiviert zumindest mit kalt duschen zu starten. Kalt duschen ist ein guter Start, doch ein Eisbad ist noch einmal genialer. Einfach weil die Kälte nochmal intensiver ist.

Du fühlst dich wie neu geboren.

Du stellst dir jetzt die Frage, was nun die Vorteile sind. Denn zum Vergnügen macht man das nicht. Eisbaden ist eine Überwindung. Und das bleibt es auch nach dem 10. Mal, zumindest für mich. Wie bei vielen Dingen im Leben ist das Gefühl danach erstrebenswert. Du fühlst dich wie neu geboren. Dein ganzer Körper ist durchblutet. Du bist voll fokussiert. Diese Reihe von Effekten, die sowohl den Körper als auch den Geist beeinflussen, machen Eisbaden lohnenswert. Und es gibt einige Studien, die diese Effekte belegen…

Die wichtigsten Vorteile für mich sind:

  • Stärkung des Immunsystems: Das Eintauchen in kaltes Wasser aktiviert dein Immunsystem, indem es die Produktion von weißen Blutkörperchen und Antikörpern stimuliert. Wenn du also regelmäßig in kaltes Wasser steigst, werden deine Abwehrkräfte gestärkt und du wirst weniger und seltener krank. Diesen Effekt spüre ich auch vom täglichen kalt duschen. Ich bin so gut wie nie krank. Und das führe ich unter anderem auch auf die Kälte-Therapie zurück. Erinnere dich an das Zitat: „If you go to the cold, you’ll get no cold.“
  • Entzündungshemmende Wirkung: Eisbaden wird auch mit entzündungshemmenden Effekten in Verbindung gebracht. Und da kommen wir zu der Regeneration. Denn hartes Training bedeutet auch Entzündungen im Körper. Die Kälte kann dazu beitragen die Entzündungen zu reduzieren und die Erholung zu beschleunigen. Doch nicht nur für Sportler ist das interessant: Menschen mit entzündlichen Erkrankungen wie Arthritis, Rheuma oder auch entzündeten Knien oder Schleimbeutel können davon profitieren und weniger Schmerzen haben.
  • Mentale Gesundheit: Eisbaden fördert die Freisetzung von Glückshormonen (Endorphine). Durch den Schock von warm zu eiskalt kommt es zur Endorphin-Ausschüttung. Und das hat wiederum positive Effekte auf deine Stimmung. Wenn du dich etwas depressiv fühlst, kann dir Eisbaden helfen. Gleichzeitig ist die Zeit im kalten Wasser wie eine Meditation. Du musst deinen Atem kontrollieren und kannst dich voll auf dich selbst konzentrieren. Du kommst in die Entspannung…
  • Besserer Schlaf: Ein weiterer bemerkenswerter Effekt ist, dass du besser schläfst. Bspw. kann regelmäßiges Eisbaden Schlafstörungen lindern und die Schlafqualität verbessern. Übrigens ist der Gang in die Sauna auch ratsam: regelmäßige Saunagänge helfen dir auch besser und tiefer zu schlafen. Und ein guter Schlaf wiederum hilft dir dich besser zu erholen und mehr Energie am nächsten Tag zu haben.
  • Erhöhte Sauerstoffaufnahme: Die eiskalte Umgebung zwingt deinen Körper zu einer tieferen und effizienteren Atmung. Und wie du weißt leben wir Menschen von Sauerstoff. Ohne Sauerstoff sterben wir. Da du durch die Kälte tiefer atmest, nimmst du auch mehr Sauerstoff auf. Und das wiederum führt zu mehr Energie und Vitalität.
  • Förderung der Fettverbrennung: Durch die Kälte kann die Aktivität von braunem Fettgewebe stimuliert werden. Das braune Fettgewebe ist für die Wärmeproduktion verantwortlich. Und Studien belegen, dass das potenziell zur Verbrennung von Kalorien beitragen und den Stoffwechsel ankurbeln kann. Doch wie bei allem: das hilft dir nur beim Abnehmen, wenn der Parameter Ernährung stimmt. Vergiss also den Gedanken Snickers zu futtern und abzunehmen, nur weil du 5 Minuten ins kalte Wasser springst.

Und nun noch zu guter letzt: Eisbaden kostet Überwindung. Doch genau das macht es aus. Neben den ganzen positiven Effekten auf deine Regeneration und dein Immunsystem ist Eisbaden einfach eine Herausforderung. Und es bleibt jeden neuen Tag eine Herausforderung. Nicht jeder macht es und nicht jeder packt es. Das hat auch etwas mit mentaler Stärke zu tun. Genauso wie beim Sport: wie sehr bist du bereit aus deiner Komfortzone zu treten? Hörst du auf, wenn es unangenehm wird oder ziehst du weiter durch? Arnold Schwarzenegger meinte mal sinngemäß, dass die letzten 3-4 Wiederholungen den Gewinner vom Verlierer trennen. Und das sind nunmal die Wiederholungen, die schmerzen…
Ich persönlich motiviere mich mit folgendem Gedanken: es sind ein nur paar Minuten im kalten Wasser. Mehr ist es nicht. Doch wenn ich es nicht einmal schaffe ein paar Minuten in kaltem Wasser zu verbringen, wie soll ich dann meine anderen großen Ziele erreichen? Nur der Mensch erreicht Großes in seinem Leben, der es schafft sich regelmäßig aus seiner Komfortzone zu wagen. Eisbaden ist komplett auf meiner Komfortzone. Ich mag es warm. Am besten in der Sonne liegen oder zumindest am Kamin sitzen. Doch sind es oft die Dinge, die unangenehm sind, welche die größten positiven Auswirkungen auf dein Leben haben. Ein schwieriges Gespräch, ein neuer Job, ein eigenes Unternehmen gründen, die Frau oder den Mann im Club ansprechen (also live – nicht auf Instagram eine DM schreiben) oder auch einfach etwas ganz Neues tun: das sind die Dinge, die wir gerne aufschieben würden. Aufgaben oder Tätigkeiten, die uns Aufregung verspüren lassen. Und genau für das steht auch das Eisbaden. Es verändert dein Mindset (zumindest tut es das für mich). Du verlässt deine Komfortzone und gewöhnst dich an etwas Unangenehmes. Das Gefühl danach ist prächtig. Du fühlst dich stark. Und tust noch etwas für deine Gesundheit.
Denke immer dran: die Dinge, welche sich wirklich lohnen, sind oft nicht die einfachen Dinge.

Du bist nun voll motiviert auch mit Eisbaden zu starten? Dann möchte ich dir zum Abschluss noch ein paar Tipps geben.

  • Es muss nicht gleich ein Eisbad sein. Wichtig ist, dass du es regelmäßig machst. Studien zufolge empfiehlt sich 11 Minuten Kälte pro Woche (also bspw. 3 Eisbäder á 4 Minuten). Auch ich bin mit ganz klassischem kalt duschen gestartet. Ganz nach dem Milon-Prinzip: nach der griechischen Geschichte hat der Ringkämpfer Milon täglich ein Kalb auf seinen Schultern getragen. Da das Kalb immer schwerer wurde, war er irgendwann in der Lage einen ganzen Stier zu tragen. Somit starte doch mit kalt duschen. Es muss ja noch nicht einmal komplett kalt sein. Nach der warmen Dusche noch einmal 30-60 Sekunden auf kalt drehen ist ein guter Anfang. Und irgendwann duschst du dich komplett kalt oder gehst kalt baden…
  • Solltest du eisbaden gehen, dann achte auf deine Atmung. Wenn du ins kalte Wasser gehst, halte den Atem an. Dadurch verhinderst du das Hyperventilieren. Den Tipp habe ich selbst von Daniel erhalten und gleich angewendet, nachdem ich am Anfang immer etwas hyperventiliert habe.
  • Falls du ein Thermometer hast, messe die Temperatur. Als Faustregel gilt: die Grad-Zahl bestimmt wie lange du drin sein solltest. Bei weniger als 2 Grad sollten es dann etwa 2 (gerne auch etwas mehr) Minuten sein, da die positiven Effekte ab etwa 2 Minuten eintreten.
    10 Grad = 10 Minuten
    9 Grad = 9 Minuten
    8 Grad = 8 Minuten
    usw.

Und zu guter letzt noch ein Hinweis: gehe Eisbaden nur, wenn du gesund bist. Starte langsam und gewöhne dich dran. Solltest du bereits gesundheitliche Probleme haben, halte vorher Rücksprache mit einem Arzt. Eisbaden ist eine einzigartige Erfahrung, die nicht nur den Körper, sondern auch den Geist herausfordert und stärkt, und sie gewinnt zu Recht weltweit an Beliebtheit.

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