Du kennst es: in Unternehmen wird von Werten gesprochen, in Beziehungen wird von Werten gesprochen und jeder spricht davon. Dabei ist vielen nicht klar, was Werte für eine Macht besitzen. Wir handeln nämlich völlig unbewusst danach. Sie sind die Spielregeln nach denen wir leben und agieren. Jeder einzelne Mensch auf der Welt besitzt Werte. Manche dieser Werte sind bewusst und viele Werte sind völlig unbewusst. Doch bestimmen diese Werte letztendlich jede einzelne Entscheidung, die wir treffen. Sie sind die Grundlage.

Gerade in Unternehmen kommen Werte zum Ausdruck. Das erkennt man am Umgang mit den Mitarbeitern und auch mit den Kunden. In kleineren Unternehmen sind die Werte stark am Gründer orientiert. Die Werte, die er lebt, gibt er an seine Mitarbeiter weiter. Stelle dir selbst die Frage, was wohl für Werte in den größten Firmen der Welt eine Rolle spielen? Es sind nicht mehr Umsatz oder Gewinn. Das ist lediglich die Folge. Apple beispielsweise will einfach großartige Produkte machen. Dementsprechend sind die Werte definiert. Netflix ist gigantisch gewachsen und nicht mehr wegzudenken. Wenn man sich die Werte dieser Firma anschaut, wird einem auch bewusst wieso diese Firma so erfolgreich werden konnte. In Unternehmen bilden diese Werte dann die Basis für eine Unternehmenskultur und sind das Navigationssystem zur Verwirklichung deren Vision. Und genau wie jedes Unternehmen Werte besitzt, besitzt jeder einzelne Mensch Werte.
Doch was sind Werte überhaupt?
Werte sind nicht greifbar, da es sogenannte Nominalisierungen sind. Nominalisierungen sind Begriffe wie Freiheit, Ehrlichkeit, Loyalität, Sicherheit etc. Und jeder Mensch versteht unter diesen Begriffen etwas anderes. Wir haben zwar alle eine gewisse Vorstellung, doch leben diese Werte für uns dann auch immer anders aus. Was jedoch wichtig ist: wenn du in Einklang mit deinen Werten lebst und unter Berücksichtigung deiner Werte deine Ziele erreichst, dann erfährst du ein Gefühl von Zufriedenheit. Eine Zielerreichung macht dich jedoch nur zufrieden, wenn du dies mit deiner Wertehierarchie vereinbaren kannst. Wenn du Ziele anstrebst und Dinge tust, die entgegen deiner Werte stehen, wirst du das nicht lange durchhalten können. Es widerstrebt dir. Deine Werte bestimmen alles: sie entscheiden, was für Klamotten du trägst, welches Auto du fährst, was du tagtäglich isst oder was für einer Arbeit du nachgehst. Du möchtest dein Verhalten ändern, doch deine Werte stehen im Widerspruch hierzu? Du wirst das neue gewünschte Verhalten nicht lange beibehalten. Denn deine Werte bestimmen auch die Regeln, nach denen du lebst. Und dann hast du einen Wertekonflikt. Das neue gewünschte Verhalten erfordert andere Werte als dein altes Verhalten. Ändere deine Wertehierarchie und ändere dadurch dein Verhalten.

Wovon werden unsere Werte bestimmt?

Unsere Werte werden vor allem von unserer Umgebung geprägt. Wenn du in Afrika aufwächst, wirst du andere Wertvorstellungen entwickeln als in Deutschland. Genauso prägen dich deine Mitmenschen: deine Familie, deine Freunde, die Schule und dein Netzwerk. Es gibt gewisse Werte, die dir die Gesellschaft vorlebt: in der Kirche sind es Werte wie Liebe, Barmherzigkeit, Hoffnung und Gerechtigkeit. Diese Werte kommen auch in der Bibel zum Ausdruck. Du merkst wieder, dass dein Umfeld unglaublich wichtig ist. Spannend hierbei ist jedoch, dass die Begriffe nicht klar definiert sind. Jeder interpretiert es anders. Und genau das macht es interessant.

Werte sind der unbewusste Teil in uns, der unser Verhalten bestimmt. Sie sind eng gekoppelt mit unseren Glaubenssätzen und auch Meta-Programmen (Meta-Programme sind Filter, die bestimmen, wie wir Informationen wahrnehmen). Dabei musst du berücksichtigen, dass unsere Werte nicht immer gut für uns sind. Sie sind letztendlich der Grund, weshalb wir Entscheidungen treffen. Und du hast mit Sicherheit schon Entscheidungen getroffen, die du im Nachhinein bereut hast. In dem Moment der Entscheidung war es jedoch das, was du als richtig erachtet hast.
Es geht bei Werten immer auch um die Priorität, welcher wir einem bestimmten Wert einräumen. Denn Werte konkurrieren gegeneinander. Es mag sein, dass dir Gesundheit wichtig ist. Doch wenn der Wert Abenteuer wichtiger ist, wirst du vermutlich Risiken eingehen, um Abenteuer zu erleben. An dieser Stelle könnten wir noch über Appetenz- (Hin zu) und Aversionswerte (Weg von) sprechen, doch spare ich mir das für einen weiteren Artikel 🙂

Ich möchte dir an dieser Stelle eine kleine Übung mitgeben. Scrolle einmal herunter für eine Liste mit Werten (oder google einfach „Werte Liste“ – dort findest du auch noch mehr) und stelle dir im ersten Schritt folgende Fragen:

  • Wie gestaltest du deinen Tag? Wie verbringst du deine Zeit?
  • Wo und warum arbeitest du dort, wo du arbeitest?
  • Mit welchen Menschen umgibst du dich?
  • Was für Kleidung trägst du und warum? Was für ein Auto fährst du?
  • Welche Sportart betreibst du? Wie ernährst du dich? Warum tust du das?

Was sind die Werte, die dich antreiben das zu tun?
Sammel nun 15 Werte, die zu deinem Handeln und zu dir passen. Völlig egal, welche du wählst. Es sind deine Werte. Im zweiten Schritt reduzierst du dies auf die 5 wichtigsten Werte. Bitte habe auch die oberen Fragen im Hinterkopf. Diese 5 Werte ordnest du dann nach Priorität. Wenn bspw. Liebe und Gesundheit dabei steht, musst du dir die Frage stellen: lieber ein Leben ohne Liebe, dafür gesund oder ein Leben voller Liebe, doch ohne Gesundheit? Das ist nicht immer leicht, doch bringt dich näher an deine zentralen Werte, die letztendlich dein Handeln bestimmen.
Dir deiner Werte bewusst zu werden und sie zu kennen hilft dir bessere Entscheidungen zu treffen. Wenn du vor schwierigen Entscheidungen stehst, frage dich, ob dies in Einklang mit deiner Wertehierarchie steht. Wenn du dich verändern willst und dir neue Fähigkeiten aneignen möchtest, stelle erst sicher, dass dies mit deinen Werten harmoniert. Bspw. ist es schwierig für eine Person sich selbstständig zu machen, wenn der Wert Sicherheit in der Wertehierarchie über Selbstbestimmung oder Freiheit steht. Dies führt zu einem Konflikt…

Kenne deine Werte! Sei dir bewusst, was dein Handeln bestimmt und übernehme selbst die Verantwortung für dein Leben. Durch Klarheit deiner Werte verstehst du einerseits deine eigenen Entscheidungen und Handlungen besser und kannst andererseits nachvollziehen, weshalb deine Mitmenschen anders entscheiden: es liegt an ihren Werten. Und deine Werte bestimmen deine persönlichen Lebensregeln. Deine Lebensregeln bestimmen, was du in deinem Leben erreichst und wie du es gestaltest. Kenne deine Werte und nutze sie! Und bedenke: Werte sind nicht starr. Du kannst sie ändern und unsere Werte verändern sich im Laufe der Zeit. Wo dir früher ein Wert wichtig gewesen ist, ist heutzutage ein anderer Wert, der dir viel mehr bedeutet. Wenn ich meine Werte von vor 3 Jahren anschaue, dann hat sich hier auch einiges getan. Es sind andere Werte in den Vordergrund gerückt, die mir damals weniger bedeutend waren.

Ich hoffe, dass dir der Artikel gefallen hat und du wieder einmal etwas wertvolles mitnehmen konntest. Über dein Feedback freue ich mich sehr. Teile den Artikel auch gerne mit Leuten, für die es interessant sein kann.

Quelle: https://www.values-academy.de/werte-lexikon/download/

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